Getreidekeimlinge
Vitamine
für den Winter Keimlinge werden oft auch als Sprossen oder Sprossengemüse bezeichnet.
Es handelt sich hier um wenige Tage alte Jungpflänzchen, die aus Samen gezogen
wurden. Gerade in der frischkostarmen Winter- und Vorfrühlingszeit bilden vitaminreiche
Keimlinge eine wertvolle Bereicherung der täglichen Kost. Während des Keimprozesses
finden nämlich Ab-, Um-, und Aufbauvorgänge im Samen statt, so dass der Nährwert
und die Verdaulichkeit der Keimlinge gegenüber den Samen beachtlich steigt.
Während des Keimvorgangs vom Samen zur Jungpflanze verändert sich der Nährwert:
der Gesamtenergiegehalt wird vermindert, denn der Keimling bezieht seine benötigte
Energie aus den im Samen gespeicherten Fetten und Kohlenhydraten. Hierbei werden
die Kohlenhydrate zu einfachen Zuckern abgebaut, die den Getreidekeimlingen
ihren süßlichen Geschmack verleihen.
- der relative Eiweißgehalt erhöht sich um ca. 20 %,
- der Vitamingehalt (insbesondere B-Vitamine und Vitamin C) nimmt deutlich zu,
- der Mineralstoffgehalt steigt in Abhängigkeit vom verwendeten Gießwasser,
- der Ballaststoffgehalt erhöht sich und
- der Phytinsäuregehalt sinkt, da Phytin als Nährstoff von den Keimlingen genutzt
wird.
So
können Sie Getreidekeimlinge selbst ziehen.
Grundsätzlich eignen sich alle Getreidearten zur Herstellung von Keimlingen.
Da sie im Dunkeln besser keimen, sollte man sie erst am 2. Tag ins Licht stellen.
Hinweise
zur Herstellung von Getreidekeimen:
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Getreideart |
Geschmack |
Einweichzeit |
Spülen/ |
Keim- |
Keimlänge |
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Wässern |
dauer
in |
zur
Ernte |
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pro
Tag |
Tagen |
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|||
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|||
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Weizen |
süßlich,
mild |
12
Stunden |
2
mal |
2
– 4 |
Kornlänge |
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Hafer |
sehr
süßlich |
4
Stunden |
1
– 2 mal |
2
– 4 |
Kornlänge |
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Roggen |
kräftig,
würzig |
12
Stunden |
2
mal |
2
– 4 |
Kornlänge |
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Gerste |
sehr
süßlich |
12
Stunden |
2
mal |
2
– 4 |
Kornlänge |
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Hirse |
süßlich |
8
Stunden |
3
mal |
3 |
2
mm |
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Reis |
sehr
neutral |
12
Stunden |
3
– 4 mal |
3 |
Kornlänge |
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Die Angabe
der Keimdauer sowie der Keimlänge zur Erntezeit sind Orientierungswerte. Wie
lange Keimlinge wachsen sollen, hängt auch vom persönlichen Geschmack ab. Anfangs
schmecken sie eher süßlich, gegen Ende ihrer Entwicklung herber, manchmal sogar
grasig. Gerste, Hafer, Weizen und Roggen kann man sogar 8 - 12 Tage wachsen
lassen, um dann das 8 - 10cm lange chlorophyllreiche Grünkraut bzw. Gras zu
ernten. Sehr fein geschnitten kann es in kleinen Mengen unter Salat gemischt
werden.
Das Verhältnis Körner zum Ertrag liegt bei etwa 1:2,5, d. h. 1 Tasse Körner
ergeben ca. 2 ½ Tassen Keimlinge.
Das Keimen im Einmachglas:
Diese Methode empfiehlt sich für die ersten Keimversuche bzw. das gelegentliche
Keimen, wenn man nicht gleich ein Keimgerät anschaffen möchte. Waschen Sie das
Getreide gründlich und sortieren Sie zerbrochene oder verfärbte Samen aus. Weichen
Sie anschließend das Keimgut in der 2-3-fachen lauwarmen Wassermenge im Glas
ein. Die nicht gequollenen Samen und leeren Samenschalen werden aussortiert
und das Keimgut gründlich gespült. Hierbei entweicht das beim Keimprozess entstehende
Kohlendioxid und die Keimlinge werden mit frischem Wasser und Sauerstoff versorgt.
Anschließend verschließen Sie das Glas mit Kunststoffgaze oder Verbandmull und
einem Gummiring und stellen es mit der abgedeckten Öffnung schräg nach unten,
so dass Wasser ablaufen und Luft einströmen kann. Spülen Sie entsprechend den
Angaben in der oben stehenden Tabelle die Keimlinge täglich bis zum Erntezeitpunkt.
Unmittelbar vor dem Verzehr sollten Sie sie noch einmal gründlich unter fließendem
Wasser waschen, um anhängende Mikroorganismen abzuschwemmen.
An den Samen von Gerste, Hafer, Roggen und Weizen bilden sich während des Keimprozesses
kleine Faserwürzelchen, die bei genauem Hinsehen nicht mit Schimmel zu verwechseln
sind.
Das Keimen mit Keimgeräten:
Die Keimfrischbox funktioniert ähnlich wie die Einmachglasmethode. Das Gerät
besteht aus einem breiten durchsichtigen Kunststoffrohr, das an beiden Enden
mit einem Sieb-Schraubverschluss abgeschlossen wird. Hierin werden die Samen
eingeweicht, gespült und zum Keimen gebracht. In diesen Gefäßen kann jedoch
immer nur eine Keimlingsart gezogen werden. Bei Keimgefäßen mit mehreren aufeinander
gestapelten durchsichtigen Schalen können dagegen auf den einzelnen Ebenen kontinuierlich
verschiedene Samen zum Keimen gebracht werden. Neben Keimgefäßen aus Kunststoff
gibt es auch Keimgeräte aus Ton. Die Keimbedingungen in den Tongefäßen ähneln
den natürlichen Gegebenheiten in der Erde. Die Samen keimen hierin jedoch im
Dunkeln. Selbst wenn man die obere Schale offen lässt, besteht die Gefahr, dass
es infolge des geringeren Lichteinfalls zu einer erhöhten Nitratbildung kommt.
Auch lassen sich diese Gefäße schlechter reinigen.
Und wenn die Samen nicht keimen?
Die Keimlinge wachsen nicht, wenn
- die Samen zu alt sind oder falsch gelagert wurden,
- die Samen/Keimlinge zu feucht (modriger Geruch) oder zu trocken gehalten werden,
- die Belüftung unzureichend ist, z. B. wenn die Keimlinge zu wenig Platz haben
oder nicht ausreichend belüftet oder zu wenig gespült wurde,
- das Keimgefäß bakteriell verunreinigt ist oder sich noch Spülmittelreste darin
befinden.