Im Jahre 1919
entstand durch Mutation der Haarstruktur in Frankreich aus dem Mormandinerkaninchen
der Urtyp des Castorrexkaninchen. Der Name Castor-Rex setzt sich Aus
zwei Begriffen zusammen. Rex bedeutet König. Das Kaninchen wurde wegen
seinem kurzen, seidigen Fellhaar Königskaninchen genannt.
Castor steht für die braune Farbe. Der Biber ist braun und heißt auf
Latein Castor. Darum also Castor-Rex, zu deutsch Biberkönig.
Dieser Ur-Cator-Rex wurde im Stall eines Landarbeiter geboren. Im dem
einen Wurf ein Rammler, im nächsten eine Häsin. Davon hörte der Arbeitgeber
des Landarbeiters und kaufte ihm die beiden Tiere ab. Sein Name ist
Abbé Armedeé Gillet. Er verpaarte diese Tiere und konnte dann im Februar
1924 in Paris 6 Tiere ausstellen. Die Fachpresse lobte die Tiere in
allen Tönen, so dass die Pelzindustrie darauf aufmerksam wurden. Professor
Kohler aus Thumenau bei Straßburg kaufte alle 6 Tiere und brachte sie
auf sein Gut.
1925 kamen dann die ersten Rexkaninchen nach Deutschland. Sie wurden
auch in die Schweiz und nach Österreich exportiert. Geschäftstüchtige
Händler witterten das Geschäft. Ihres Lebens und kauften wahllos Tiere
Zusammen.
Die Häsinnen wurden 4 - 5 mal pro Jahr gedeckt, die Jungtiere Ammen
untergeschoben und Kaum waren diese geschlechtsreif wurden sie ebenfalls
zu Gebärmaschinen gemacht. Die Qualität der Tiere war dabei Nebensache.
Selbst für kippohrige, senkrückige Tiere wurden Phantasiepreise gefordert
und bezahlt. Bis zu 800 RM waren Katalogpreis und das wenige Jahre nach
der Inflation.
Die Jahre 1926/27 waren der Höhepunkt des Rexrummels.
Vom Ausland brach ein Sturm los. Viele Rexkaninchen wurden aufgekauft
und nach Skandinavien, Russland, Japan und Nordamerika verschickt.
Doch merkwürdiger Weise lehnte die Fellindustrie die Felle ab. Emil
Piegsa berichtete, dass er nicht einmal für 10 Pfennige die Felle verkaufen
konnte.
Ein Sprichwort sagt. "Gut Ding will Weile haben."
Die Felle wurden verbessert und die Züchter legten Wert auf reine Farben.
Im Standard von 1927 erschienen die Rexe unter der Abteilung VI als
grannenlose Kurzhaarrasse.
Dann kam das Jahr 1930 mit der Weltschau in Leibzig. Es wurden 3270
Kaninchen Ausgestellt, darunter 621 Rexkaninchen. Sie waren in 23 Farbenschlägen
unterteilt, u.a. 5 verschiedene Castor-Farbschläge und auch Lockenrexe
waren zu betrachten. Im Jahre 1933, es begann die NS-Zeit, lehnte der
Reichsbund die Rexkaninchen als Zucht- Rasse ab. Aus diesem Grunde fand
man die Rexe nur noch in Pelztierfarmen. Nach Beendigung des ii. Weltkrieges
gab es ein Neubeginn für die Rexkaninchen. Man stellte fest, die Rexe
hatten nicht nur überlebt, sondern Spitzenpositionen waren erobert.
Sie zeigten sich nicht mehr als Wirtschaftsrasse, sondern als Sportrasse.
Friedrich Joppich und Emil Piegsa hatten sich viele Gedanken gemacht,
damit eine einheit- liche Form und Größe gezüchtet wird. Es wurde gefordert,
dass das Rexkaninchen in einer Gewichtsklasse von 3 - 4 kg gezüchtet
wird.
Der Standard von 1957 verringerte von 4 auf 3 Gewichtsklassen. Heute
gibt es immer noch 2 Gewichtsklassen.
Der schweizer Standard 1960 setzte für alle Rexfarbenschläge ein einheitliches
Mindestge- wicht von 3,5 kg fest, wobei das Idealgewicht bei 4 -4,5
kg liegt. Man ging davon aus, dass das Holländerkaninchen trotz unterschiedlicher
Herkunft, ein einheitliches Gewicht haben.
Dieses ist das oberflächliche Zuchtziel. Das nicht sichtbare, aber primäre
Zuchtzier war die Leistung.
Die Wurfgröße, das Aufzuchtvermögen und die Futterverwertung mußte auch
beachtet werden.
Der Standard unterteilt das Erscheinungsbild des Rexkaninchen in 2 Gewichts-klassen.
Zum Einem 3,5 bis 4,5 kg bei Chin-, Blau-, Weiß-, Dreifarben-, Dalmatiner-,
Gelb-, Castor-, Schwarz- und Havanna-Rexen, der anderen 3,0 bis 4,5
kg bei Feh-, Lux-, Loh-, Marder- und Russen-Rexen.
Beim Fell sei als Besonderheit die Länge des Fells von 17 bis 20 mm
bemerkt, wobei die Granne maximal 1mm überstehen darf.
Wenn wir uns fragen, ob das Rexkaninchen auch einem Anfänger zu empfehlen
ist, so kann man dieses bejahen, da jede Kaninchenrasse ihre Schwierigkeiten
hat um sie zu vollenden. Bei den nötigen Grundkenntnissen, jugendlichem
Elan und dem unbedingten Willen zum Lernen, kann man züchterische Erfolge
verzeichnen.
Das Rexkaninchen leitet sich also von der Wortzusammensetzung König
und Biber ab.
Es entstand 1919 in Frankreich durch eine Mutation.
Das Zuchtziel ist die Leistung und die Vollendung des Standards.
Rexkaninchen haben ein seidenweiches Fell von 17 bis 20 mm.
Es wird in 16 Farbenschlägen gezüchtet, davon zwei Farbenschläge als
Neuzüchtung.
Diese sind unterteilt in zwei Gewichtsklassen.
Man kann das Rexkaninchen auch einem Anfänger empfehlen. |